X4ITS in Klagenfurt
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X4ITS in Klagenfurt

19.05.2026

Wie intelligente Verkehrssysteme den Straßenverkehr sicherer und effizienter machen können, diskutierten Mitte April Vertreter:innen aus sechs europäischen Ländern beim X4ITS-Treffen in Klagenfurt am Wörthersee. Dabei standen Echtzeit-Verkehrsinformationen, C-ITS-Anwendungen sowie gemeinsame Standards für eine sichere, effiziente und nachhaltige Mobilität entlang der TEN-V-Korridore im Mittelpunkt.

Gruppe der X4ITS Teilnehmenden stehen vor einem Gebäude und halten Schilder mit den teilnehmenden Ländern in die Luft.

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Bei dem zweitägigen Treffen kamen Partner:innen des EU-geförderten Projekts X4ITS („Cross for ITS“) zusammen, um aktuelle Entwicklungen und nächste Schritte des Projekts abzustimmen. Vertreter:innen aus Österreich, Tschechien, Ungarn, Kroatien, Rumänien und Slowenien tauschten sich über den Status Quo, den Ausbau, sowie die Weiterentwicklung kooperativer intelligenter Verkehrssysteme (engl: Cooperative Intelligent Transport Systems, kurz C-ITS) und deren grenzüberschreitende Vernetzung aus.

Ziel des Projekts ist es, intelligente Verkehrssysteme entlang der Transeuropäischen Verkehrsnetze (TEN-V) besser miteinander zu verknüpfen und technische Standards zwischen den Ländern zu harmonisieren. Dadurch sollen Verkehrsinformationen künftig länderübergreifend effizienter genutzt und digitale Mobilitätsdienste interoperabel gestaltet werden.

Fokus auf Echtzeit-Verkehrsinformationen

Ein Schwerpunkt des technischen Workshops am ersten Veranstaltungstag war die Umsetzung der EU-Richtlinie zur Bereitstellung von Echtzeit-Verkehrsinformationsdiensten (Real Time Traffic Information, kurz RTTI) der jeweiligen Länder. Die Bereitstellung aktueller Verkehrsdaten ist eine wichtige Grundlage für ein effizientes und nachhaltiges Verkehrsmanagement und mehr Verkehrssicherheit.

Vertreter:innen aus Österreich, Slowenien und Kroatien präsentierten den aktuellen Stand der nationalen RTTI-Umsetzungen und diskutierten Herausforderungen bei der Einführung entsprechender Systeme. Der Austausch ermöglicht unterschiedliche nationale Lösungen besser aufeinander abzustimmen, um grenzüberschreitende Verkehrsinformationsdienste künftig noch effizienter und interoperabler zu gestalten.

Im Anschluss an den Workshop organisierten die Gastgeber:innen aus Klagenfurt ein Rundgang durch die Stadt, bei dem die vor Ort realisierten C-ITS-Anwendungen demonstriert wurden.

Gerald Miklin präsentiert eine Live-Demonstration einer Onboard Unit.

Gerald Miklin, Land Kärnten, präsentiert eine Live-Demonstration einer Onboard Unit. © AustriaTech

Steering Committee Meeting: Evaluierung und nächste Schritte

Am zweiten Veranstaltungstag fand das Steering Committee Meeting des Projekts statt. Die regelmäßigen Treffen bieten eine wichtigen Rahmen für den direkten Austausch zum Projektfortschritt und ermöglichen gemeinsame Entscheidungen zum weiteren Vorgehen im Konsortium.

Ein Fokus lag dabei auf den Anwendungen von C-ITS. Diese ermöglichen unter anderem die Priorisierung von öffentlichem Verkehr und Einsatzfahrzeugen durch direkte Datenkommunikation zwischen Fahrzeugen und Infrastruktur.

Die Stadt Klagenfurt präsentierte ihren aktuellen Umsetzungsstand als Best-Practice-Beispiel für den urbanen Raum und gab Einblicke in technische und operative Aspekte der Umsetzung. Dazu zählten unter anderem eine Heatmap-Erkennungssoftware sowie ein kamerabasiertes KI-System, das speziell zum Schutz vulnerabler Verkehrsteilnehmer:innen wie Fußgänger:innen und Radfahrer:innen entwickelt wurde. Ergänzend wurden die damit verbundenen rechtlichen Anforderungen im Rahmen der Datenschutz-Grundverordnung diskutiert.

Darüber hinaus stellte die ASFINAG Weiterentwicklungen ihrer Web- und App-basierten Anwendungen für hochrangige Straßen und Schnellstraßen vor. Diese sollen eine schnellere und präzisere Bereitstellung von Baustellen-, Reise- und Verkehrsinformationen ermöglichen und damit die Verkehrssicherheit erhöhen.

Ein übergreifender Schwerpunkt des Meetings war die gemeinsame Evaluierung von ITS- und C-ITS-Diensten. Diskutiert wurde insbesondere, wie die Wirkung der umgesetzten Maßnahmen künftig systematisch bewertet werden kann – etwa im Hinblick auf Verkehrssicherheit, Netzwerkeffizienz und Emissionsreduktion. Gleichzeitig wurde betont, dass eine stärkere Abstimmung der Evaluierungsansätze über verschiedene europäische Korridorprojekte hinweg – unter anderem mit MERIDIAN und MATIS – entscheidend für die Vergleichbarkeit und Weiterentwicklung der Lösungen europäischer Ebene ist.

Das Treffen in Klagenfurt unterstreicht die Bedeutung der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit im Bereich intelligenter Verkehrssysteme und zeigt, wie stark Europa bereits heute an einer vernetzten, datenbasierten Mobilitätszukunft arbeitet.