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Österreich und die automatisierte Mobilität

23.10.2019

Auf dem ITS World Congress 2019 in Singapur werden derzeit die neuesten Entwicklungen im Bereich automatisierter Mobilität vorgestellt. Diese ist schon längst nicht mehr nur Zukunftsszenario, sondern wird bereits aktiv getestet. Österreich fokussiert bei den Tests derzeit auf Shuttles und Anwendungen des Autobahnpilots.

Rechtlicher Ablauf

Den rechtlichen Rahmen für die Testfahrten auf öffentlichen Straßen schafft die "Automatisiertes Fahren Verordnung". Für eine offizielle Genehmigung ist ein Testantrag erforderlich. Die Kontaktstelle Automatisierte Mobilität bei AustriaTech stellt sich dabei als beratende Institution zur Verfügung. Sie überprüft die Testanträge quartalsweise zusammen mit einem ExpertInnengremium des BMVIT auf technische und rechtliche Machbarkeit. Bei positiver Überprüfung wird der Test schließlich vom BMVIT offiziell genehmigt. Die Kontaktstelle Automatisierte Mobilität analysiert dabei laufend, ob sich Testbedarfs und rechtlich erlaubter Rahmen decken, damit dieser bei Bedarf für spezifische Anwendungsfälle erweitert werden kann.

 

Laufende und absolvierte Tests in Österreich

Für die Testfälle gibt es unterschiedliche Zeitrahmen, die von einzelnen Tagen bis hin zu mehreren Monaten variieren können. In Österreich sind derzeit einige Testbetriebe für verschiedene Automatisierungslevels in Anwendung. Aktuell dürfen entsprechend der "Automatisiertes Fahren Verordnung“ drei verschiedene Use-Cases auf Straßen mit öffentlichem Verkehr erprobt werden und es werden auch alle drei Use-Cases derzeit getestet: Shuttles, Autobahnpilot und Heeresfahrzeuge.

Shuttles

Folgende Shuttles sind derzeit im Testbetrieb:

- In der Salzburger Gemeinde Koppl kursiert ein Shuttle von Digibus mit den Automatisierungslevels 2 und 3 zur Erprobung eines verkehrssicheren Betriebs.

- Ein weiteres Digibus-Shuttle wird in Wiener Neustadt getestet.

- In Pörtschach testet SURAAA ebenfalls mit einem automatisierten Shuttle.

- In der Seestadt in Wien zirkulieren im Rahmen des Projekts „auto.Bus - Seestadt" seit 2018 zwei Minibusse, seit Frühling 2019 sogar im Regelbetrieb mit Fahrgästen (zehn Sitzplätze).

Neben diesen Tests fuhren automatisierte Fahrzeuge in mehreren sogenannten Showcases – zu Vorführzwecken im Rahmen von Tagungen und Messen, beispielsweise durch Virtual Vehicle bei der TRA 2018 in Wien – auf öffentlichen Straßen.

Autobahnpilot

Für den Usecase Autobahnpilot laufen in Zusammenarbeit von Magna Steyr, Virtual Vehicle und ZKW Tests auf den Autobahnen.

Heeresfahrzeuge

Das BMLV testet den Usecase Heeresfahrzeuge.

 

Der Mehrwert von automatisierter Mobilität

Automatisierung im Verkehr wird nicht nur vorangetrieben, weil es die Technik möglich macht. Vielmehr liegt der Nutzen in der Steigerung der Verkehrssicherheit. Die diversen Assistenzsysteme, wie Spurhalteassistent oder Abstandstempomat sollen dazu beitragen, gefährliche Situationen auf den Straßen zu minimieren. Ein langfristiges Ziel der Behörden ist die Senkung von Verkehrsunfällen. Die Entwicklung von C-ITS erlaubt künftig eine Kommunikation zwischen Fahrzeug und Verkehrsinfrastruktur sowie der Fahrzeuge untereinander.

Vor allem im öffentlichen Verkehr werden neue Verkehrslösungen möglich. Generell verändern sich derzeit die Mobilitätsmuster: Der Trend geht in Richtung Serviceorientierung („Mobility as a Service“). Die Automatisierung eröffnet hierbei neue Türen. Die Notwendigkeit eines privaten PKW sinkt, wodurch der Bedarf an Parkplätzen ebenfalls geringer wird. Verkehrsflächen werden neu gedacht: diese Shared Spaces schaffen wiederum mehr Platz für Grünflächen.

 

Welche Herausforderungen sind noch zu bewältigen?

Damit automatisierte Mobilität sinnvoll eingesetzt wird und diese Szenarien eintreten, sind Tests notwendig. Derzeit gibt es noch einige Hürden, die zu meistern sind. Neben Forschung und Entwicklung für die technische Ausreifung ist vor allem die gesellschaftliche Akzeptanz wichtig. AustriaTech ist besonders um den Dialog mit BürgerInnen und Städten bemüht. So hat sich AustriaTech gemeinsam mit fünf Städten in Österreich im April 2019 an einem internationalen Diskussionsformat beteiligt. Hierzu wurden BürgerInnen zu ihren Hoffnungen und Ängsten in Bezug auf automatisierte Mobilität befragt und offen über die Möglichkeiten und Herausforderungen dieser neuen Technologie diskutiert. Die Dialoge haben gezeigt, dass zwar noch eine gewisse Skepsis herrscht, die Erwartungen an Automatisierte Mobilität aber vielfach positiv sind. Die Ergebnisse aus Österreich wurden in einer Publikation zusammengefasst. Die internationale Auswertung der rund 20 involvierten Städte weltweit folgt Ende 2019 durch den Initiator Missions Publiques. Mehr Informationen zum BürgerInnen-Dialog finden Sie hier.

Als nächsten Schritt adressiert AustriaTech auch konkret die Städte. Hier wurde im September im Rahmen der Mobilitätsarena in Bern ein Dialog mit VertreterInnen aus Städten abgehalten, um sich speziell über die Anforderungen an automatisierte Mobilitätslösungen im städtischen Raum auszutauschen.

 

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