29.07.2026
Digitale Verkehrsdienste sollen den Straßenverkehr sicherer machen, Staus reduzieren und dabei helfen, Treibhausgasemissionen zu senken. Doch wie lässt sich feststellen, ob diese Ziele tatsächlich erreicht werden? In dem EU-finanzierten Projekt X4ITS entwickeln die Projektpartner:innen einen Evaluierungsansatz, mit dem sich die Wirkung von C-ITS- und ITS-Anwendungen systematisch und vergleichbar bewerten lässt.
Gemeinsam haben AustriaTech und die Projektpartner Empfehlungen entwickelt, mit denen sich die Wirkung digitaler Mobilitätsdienste künftig einheitlich bewerten lässt. Das Ergebnis wurde im Deliverable 1.13 „Documentation of recommendations for evaluation“ festgehalten.
Das Deliverable macht so sichtbar, wie die Förderung der Europäischen Kommission zur Erreichung der Ziele der ITS-Richtlinie beiträgt und welchen Mehrwert innovative Mobilitätslösungen für Bürger:innen sowie den Verkehrssektor schaffen. Projektpartner haben so eine gemeinsame Grundlage, um die Weiterentwicklung ihrer Umsetzungen nach gleichen Standards zu messen.
Damit Ergebnisse verschiedener Projekte vergleichbar werden, betrachtet X4ITS drei Bereiche:
Für jede Partnerorganisation wird mindestens ein digitaler Dienst oder eine Umsetzung anhand gemeinsamer Kennzahlen bewertet. So lässt sich nachvollziehen, welchen Beitrag die Maßnahmen tatsächlich leisten.
Da viele Umsetzungen derzeit anlaufen, ist jetzt der ideale Zeitpunkt, um gemeinsame Leistungsindikatoren zu definieren. Einheitliche Kennzahlen ermöglichen es, die Projektergebnisse später europaweit zu vergleichen und die Auswirkungen auf Reisezeiten, Verkehrsfluss, Staus oder die Verbesserung des öffentlichen Verkehrs objektiv zu bewerten.
Ob und wie neue digitale Verkehrsdienste künftig weiter ausgebaut werden, hängt auch davon ab, welcher Nutzen nachgewiesen werden kann. Vergleichbare Ergebnisse helfen regionalen, nationalen und europäischen Entscheidungsträger:innen dabei, fundierte Entscheidungen zu treffen und Investitionen in die digitale Infrastruktur auf eine belastbare Grundlage zu stellen.
Davon profitieren letztlich auch Bürger:innen: Wenn die Wirkung digitaler Maßnahmen nachvollziehbar ist, wird transparenter, welchen Mehrwert sie im Alltag bringen.
Ergebnisse aus dem Vorgängerprojekt CROCODILE haben gezeigt, dass koordinierte Verkehrsmanagementstrategien in Slowenien dort zu einer höheren Verkehrssicherheit und einer Verringerung von Staus beitragen können. Diese Erkenntnisse bilden eine wertvolle Grundlage für die Evaluierungsaktivitäten in X4ITS.
Damit Ergebnisse aus verschiedenen Ländern miteinander verglichen werden können, braucht es ein gemeinsames Vorgehen. Die Empfehlungen aus X4ITS tragen dazu bei, dass alle Projektpartner ihre Maßnahmen nach denselben Kriterien bewerten.
Die Arbeiten stehen im Einklang mit der C-Roads Working Group 3, die einen gemeinsamen Rahmen für die Bewertung von C-ITS- und ITS-Projekten entlang der europäischen TEN-T-Korridore entwickelt.
X4ITS beteiligt sich aktiv an den regelmäßigen Treffen der C-Roads Working Group 3. Gemeinsam werden mit Organisationen aus vielen Ländern abgestimmte Evaluierungsrichtlinien, besonders zu ITS und C-ITS Diensten entwickelt, die in verschiedenen Korridorprojekten Anwendung finden und die Vergleichbarkeit der Ergebnisse stärken.
Mit den Empfehlungen aus Deliverable 1.13 ist ein wichtiger Schritt geschafft: Künftig sollen die Auswirkungen digitaler Verkehrsdienste europaweit besser nachvollziehbar und vergleichbar werden. Das schafft eine fundierte Grundlage für zukünftige Entscheidungen und hilft dabei, erfolgreiche Lösungen gezielt weiterzuentwickeln.
Erste belastbare Evaluierungsergebnisse werden ab 2027 erwartet. Bis dahin werden die Partner ausreichend Zeit haben, ihre Maßnahmen umzusetzen und die erzielten Effekte mit historischen Daten und Ausgangswerten zu vergleichen.