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Reiseinformation im Wandel der Zeit

© AustriaTech

Wie man früher, heute und in Zukunft eine Reise planen kann war Thema bei AustriaTech’s Vortragsreihe

 

Freitagmorgen, 8:30, Wien. Wie jeden Morgen herrscht hektisches Treiben auf den Straßen, in den U-Bahn Stationen und an den Bim-Haltestellen. Die meisten Menschen, die hier im Berufsverkehr unterwegs sind, finden ihr Ziel im Schlaf. Viele brauchen allerdings auch die Unterstützung von Tools und Services wie Routenplanern, um an ihr Ziel zu kommen. Wie funktionieren diese Dienste und wer agiert dabei im Hintergrund? Im Rahmen der 4-tägigen Veranstaltung „EUropa in Wien“ nutzte AustriaTech, am 18.5. die Gelegenheit anhand des EU-Projekts LinkingDanube, Interessierten genau diese Fragen zu beantworten. Aufgrund der langjährigen Erfahrung der AustriaTech in dem Bereich und gemeinsam mit den Wiener Linien und der Verkehrsauskunft Österreich, konnten umfangreiche Informationen und aktuelle Entwicklungen zu Reiseinformationsservices in und aus Österreich präsentiert werden.

 

Vom Fahrbuch zu mobilen App

 

Ein Blick in die jüngere Vergangenheit, eine Zeit in der man ohne mobilen Internetzugang seine Route suchen musste, macht bewusst, wie viel sich in wenigen Jahren getan und entwickelt hat. Waren es in den 90er-Jahren noch Fahrbücher, in denen die Abfahrtszeiten für jeden Bahnhof notiert waren, reicht heute die Eingabe des Zielortes ins Smartphone um Routen zu finden. Die App „WienMobil“ bietet dieses und weitere Services an. Deshalb nennt die Geschäftsführerin der Wiener Linien, Alexandra Reinagl, die Software auch „das Schweizer Taschenmesser der Mobilität.“ Denn hier werden nicht nur die nächstgelegenen U-Bahn-Stationen angezeigt, sondern auch Car- und Bikesharing sowie Taxi-Stände. Der Fahrgast kann somit immer situationsabhängig und individuell die beste Route wählen.

 

Wie funktionierts?

 

Um überhaupt ein Service mit Reiseinformationen anbieten zu können, muss eine Grundlage in Form von Karten und Pfaden zur Verfügung stehen. Das sei genau die Aufgabe, der man bei der Verkehrsauskunft Österreich nachkomme, erklärt Stefan Mayr, der dortige Geschäftsführer. Die Grundlage stellt die sogenannte Graphenintegrationsplattform dar. In Ihr sind sämtliche Verkehrswege Österreichs erfasst und in einem routingfähigen Netzwerkgraph abgebildet. Die VAO greift auf diese Daten zu und bietet ihren Kunden ein multimodales Routingservice an, auf dem mobile Applikationen im jeweiligen Design des Kunden aufgesetzt werden können. „Wegfinder“, „AnachB“ und „WienMobil“ gehören dabei ebenso zu den auf der VAO-basierenden Apps wie beispielsweise der Pendlerrechner des Finanzministeriums.

 

Wie unterscheidet sich dieses Geschäftsmodell dann von dem globaler Player wie Google? Echtzeit-Daten von Staus würden einem hier immerhin auch angezeigt. „Diese Daten entstehen durch das Tracking Ihrer Bewegungs-Daten via Smartphone“, entgegnet Martin Böhm, Business-Unit Leiter Mobilitätstechnologien und –services bei AustriaTech. Die Daten entstehen also erst während des Ereignisses und dienen deshalb nicht dazu, die Route im Vorhinein anders zu planen. Die VAO wisse hingegen schon am Tag vorher ob eine Baustelle die Route eines Busses versperre und könne unmittelbare Alternativen anbieten.

 

Die Zukunft der Reiseinformation

 

Damit man in Zukunft nicht für jedes Land eine eigene Reiseapp suchen und herunterladen muss, arbeitet Bettina Neuhäuser im Projekt LinkingDanube als Projektkoordinatorin daran, einen Service zu entwickeln, der unterschiedlichste Reiseinformationsdienste grenzüberschreitend miteinander verbindet. Das Projekt deckt die Länder Tschechien, Slowakei, Ungarn, Rumänien, Slowenien und Österreich ab. „Man muss sich unser System vorstellen wie einen Kellner, der Speisen aus zehn verschiedenen Restaurants gleichzeitig anbietet. Aus der Karte kann ich mir als Gast nun ein Essen zusammenstellen, dass eine rumänische Vorspeise, ein ungarisches Hauptgericht und am Ende einen österreichischen Marillenknödel anbietet. Der Kellner klappert dann all diese Küchen unserem Wunsch entsprechend ab und stellt das Menü zuverlässig zusammen“, erklärt Neuhäuser bildhaft. Damit ist man auf einem guten Weg bald ein umfassendes Konzept in der Donauregion anbieten zu können.

 

Diese grenzüberschreitende Kooperation mache das INTERREG Donauraumprogramm möglich. INTERREG steht für "europäische territoriale Zusammenarbeit" und ist Teil der Struktur- und Investitionspolitik der Europäischen Union. Seit mehr als 20 Jahren werden damit grenzüberschreitende Kooperationen zwischen Regionen und Städten unterstützt, die das tägliche Leben beeinflussen, wie hier in LinkingDanube im Bereich Verkehr.

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