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„Was kommt da auf uns zu? Selbstfahrende Fahrzeuge im Raum der Stadt“

© AustriaTech

Im Museum für Angewandte Kunst (MAK) fand am 27. Juni das MAK future lab, organisiert in Zusammenarbeit von AVENUE21, TU Wien und AustriaTech, statt. Thema des Abends: „Was kommt da auf uns zu? Selbstfahrende Fahrzeuge im Raum der Stadt.“

 

Die Gäste auf dem Podium waren Amelie Klein (Kuratorin Hello, Robot),Mathias Mitteregger, (Projektleiter AVENUE21, TU Wien, future.lab), Graham Parkhurst (Professor für nachhaltige Mobilität, UWE Bristol), Martin Russ (Geschäftsführer AustriaTech), Katja Schechtner (Innovation Agent/Research Fellow, OECD / MIT Media Lab) und Arjan van Timmeren (Wissenschaftlicher Direktor, AMS Institute of Information Technology in Amsterdam und Professor für Umwelttechnologie und -design, TU Delft).

 

„Autonomous driving will come – not in twenty years, not in ten years, not in five years, but tomorrow.”

Mit diesen Worten eröffnet Moderator Wojciech Czaja, Architekturjournalist und Lektor an der Universität für angewandte Kunst Wien, den Abend und die Diskussion rund um automatisiertes Fahren. Sein Interesse gilt vor allem der Frage: Was ist die Realität? An was wird gerade gearbeitet? Und was macht ein intelligentes Transportsystem überhaupt intelligent?

 

Gerade in diesem Bereich gibt es unterschiedliche Blickwinkel – einerseits was in den Medien berichtet wird und andererseits, an was wirklich gerade geforscht wird. Was derzeit noch fehlt ist der „emotionale Touch“ des Themas. In diesem Punkt sind sich die Panel-TeilnehmerInnen einig. Vor allem in den Medien herrscht momentan ein „system overload“, ein Hype zum Thema automatisiertes Fahren. Doch woher kommt dieser Hype? Was fasziniert die Menschen so an dieser neuen Fahrzeug-Technologie? Die Antwort ist laut Mathias Mitteregger von AVENUE21 ganz einfach: das große Interesse rührt aus der Neugier des Menschen an technischen Neuerungen und damit an neuen Möglichkeiten.

 

Moralische Maschinen?

Gleichzeitig sind neue technische Optionen auch immer mit etwas Furcht verbunden. Automatisiertes Fahren ist in der breiten Bevölkerung noch nicht so bekannt und es gibt auch negative Seiten. Zum Beispiel: ab wann vertraue ich dem Auto zu hundert Prozent, dass es auch tatsächlich von alleine stehen bleiben wird, wenn  zum Beispiel jemand über den Zebrastreifen gehen möchte?

 

Hier reihen sich auch moralische Überlegungen ein: Was tun, wenn das Fahrzeug nicht weiß, wie es reagieren soll? Auf welcher Grundlage trifft die Maschine eine Entscheidung – und ist diese garantiert sicherer als die eines Menschen? Auch in diesem Bereich wird derzeit noch viel geforscht. Eine Fragestellung gilt auch der der Kommunikation zwischen Mensch und Maschine: Wie kann ich mich als Passant, als Passantin dem Auto erkennbar machen, wenn ich zum Beispiel die Straße überqueren möchte? Mit einer Person am Fahrersitz kann Blickkontakt aufgenommen und durch Mimik und Gestik eine Verständigung herbeigeführt werden. Um hier die Berührungsangst etwas abzuschwächen wurden Funktionalität wie zum Beispiel Lichtsignale entwickelt, die die Kommunikation zu den Menschen erleichtern soll – so etwa ein Screen am Fahrzeug, auf dem Botschaften kommuniziert werden können („It’s save to cross“).

 

„Preparing for the unexpected“

Martin Russ griff diese Thematik auf und definiert sie als “complicated ethical dimension”. Sogenannte „Moral Machines“ können auf vorhersehbare, gewohnte Situationen reagieren und sich auch schnell daran anpassen. Es ist ein Versprechen von automatisierten Fahrzeugen (oder in diesem Sinne „cooperated, connected and automated vehicles“), in allen Fahr-Situationen richtig zu reagieren und dadurch die Anzahl der Unfälle im Straßenverkehr deutlich zu reduzieren. Eine geringere Unfallstatistik – genau das ist eine der konkretesten Vorhersagen, die sich im Bereich des (voll)automatisierten Fahrens treffen lassen. Trotzdem warten noch viele ethische und moralische Bedenken und Fragestellungen auf eine Antwort – auch kulturübergreifend.

 

Die „Holy Trinity“ des automatisierten Fahrens

Katja Schechtner bringt im Laufe des Abends einen interessanten Begriff in die Diskussion – den der „Heiligen Dreifaltigkeit“ des automatisierten Fahrens. Diese umfasst die Begriffe „autonomous, electric and shared“. Diese lassen sich in diesem Kontext auch nicht voneinander trennen.

 

Über was an diesem Abend noch diskutiert wurde, erfahren Sie im Video - die gesamte Podiumsdiskusion gibt's nämlich auf englisch zum Nachschauen hier.


Weitere Eindrücke finden Sie auch hier in unserer Fotogalerie.

 

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